Wer hat im Schwabinger Tor fast 1.000 Türen im Blick, kennt jeden Winkel des Quartiers und ist schon unterwegs, wenn andere noch schlafen? Die Antwort: Cesare. Mit einem sicheren Gespür für Menschen und Situationen sorgt er dafür, dass unser Viertel Tag für Tag reibungslos funktioniert – und erlebt dabei immer wieder kleine und große Geschichten.
Cesare – wir nennen ihn liebevoll „Herr der Schlüssel“ – arbeitet seit 2020 im Quartier und hat eine besondere Aufgabe inne: Er kümmert sich um das komplette Schließmanagement für alle privaten wie gewerblichen Mieter und koordiniert das Team der Firma Wasserle (Gebäudereinigung) in enger Abstimmung mit dem Quartiersmanagement von Jost Hurler. Zahlreiche Türen und Schließzylinder liegen in seiner Obhut, digitale Chips werden programmiert, Zugänge verwaltet und Abläufe organisiert.
Doch Cesare ist weit mehr als der Mann hinter den Schlüsseln: Er ist das wachsame Auge im Quartier. Sein Arbeitstag beginnt schon um 6 Uhr morgens mit einer Runde durchs Schwabinger Tor. „Das ist eine besondere Zeit“, schwärmt er, „der Duft von frischem Kaffee und Gebäck kommt aus den Cafés, und man spürt, wie das Viertel langsam erwacht.“ Zwei bis drei Stunden sitzt Cesare am PC. Den Rest des Tages ist er auf den Beinen – oder besser gesagt: auf dem Fahrrad, mit dem er nun schneller von A nach B kommt. Früher legte er regelmäßig 16.000 bis 18.000 Schritte am Tag zurück.
Geboren ist der 45-Jährige in München, seine Wurzeln liegen in Italien. Nach einer Ausbildung als Elektromechaniker zog es ihn für zwei Jahre in die Heimat seiner Eltern – doch dort passte die Arbeitsmentalität nicht zu ihm. „Ich hatte die deutsche Pünktlichkeit schon verinnerlicht“, lacht er. Zurück in München arbeitete er viele Jahre als Elektromechaniker, später auch als Krankenfahrer, dabei merkte er, wie sehr er menschlichen Kontakt schätzt. Nach einem Unfall als Messebauer wollte er sich beruflich neu orientieren, trat seine Arbeit bei Wasserle an und bezeichnet diesen Schritt als "absoluten Glücksfall."
Kein Tag gleicht dem anderen: Mal unterstützt er beim Aufbau von Events und sorgt danach dafür, dass alles wieder an seinen Platz kommt, mal koordiniert er Handwerker:innen, kontrolliert Technikräume, kümmert sich um den Winterdienst oder versorgt die Grünflächen. In den letzten fünf Jahren hat er schon einiges erlebt – vom Tramfahrer, der anhält, weil eine Gänsefamilie die Schienen überquert oder auch manch nächtliche Partygästen an der Haltestelle. „Hier passiert ständig etwas – genau diese Abwechslung macht meinen Job spannend.“
Und was macht der Papa von Zwillingen, wenn er mal nicht im Quartier unterwegs ist? In seiner Freizeit steht er gerne am Snookertisch (eine Variante von Billard), taucht mit den Kindern ins Schwimmbecken ab oder widmet sich gemeinsam mit ihnen spannenden Brettspielrunden. Schon als kleiner Junge wollte er KFZ-Mechaniker werden, und diese Leidenschaft fürs Schrauben ist ihm bis heute geblieben: Cesare repariert sein Auto und fast alles, was zuhause kaputtgeht, selbst. Einmal im Jahr gönnt er sich außerdem eine Ausfahrt auf einer Rennstrecke, zum Beispiel am Nürburgring. Für die Freiheit auf vier Rädern liebt er auch sein großes Wohnmobil, mit dem er und seine Familie eine Skandinavien-Tour bis zum Nordkap unternehmen wollen.
Cesare ist ein Mann, auf den man sich verlassen kann. Wenn es dringend ist, kommt er sogar an einem Urlaubstag vorbei – „einfach machen, es schadet mir ja nicht“. Genau das spürt man, wenn man ihm begegnet: seine Verlässlichkeit, seine Freude und sein wachsames Auge für die kleinen Geschichten des Alltags.
Lieber Cesare, wir sind froh, Dich im Schwabinger Tor zu haben – als Schlüsselmeister, Frühaufsteher, Beobachter und Mensch, der dieses Quartier ein Stück lebendiger macht. MERCI!