14. Jan 2026
Volkan Alkan

Faces of Schwabinger Tor

Mit unserer Porträtreihe stellen wir Menschen vor, die das Schwabinger Tor mit Leben füllen. Heute: Volkan, Co-Inhaber von Hans Kebab – Deutschlands erstem innovativen Craft Kebab, der Qualität, Handwerk und moderne Döner-Kultur neu definiert.

 

Schon nach wenigen Gesprächsminuten spürt man diese Mischung aus Energie und Gelassenheit. Vielleicht liegt es daran, dass Volkan früh Verantwortung übernehmen musste. Mit zwölf zog der gebürtige Münchner ins Fußballinternat - die Kaderschmiede des FC Bayern – weg von zuhause, plötzlich auf sich gestellt. Dort lernte er zu kochen, zu organisieren und seinen Alltag selbst zu meistern. Fähigkeiten, die ihn bis heute prägen, wenn er im Laden steht, sein Team anleitet oder in Stoßzeiten die Ruhe bewahrt. „Hektik überträgt sich auf den Gast“, sagt er. Für ihn ist Gelassenheit ein Qualitätssiegel.

 

Ursprünglich studierter Informatiker, hätte sein Berufsweg bei Linster Edelstahlhandel durchaus anders verlaufen können. Doch als sein geschätzter Chef in den Ruhestand ging, verlor Volkan die Begeisterung für die IT. Gemeinsam mit seinem Onkel wagte er den Schritt in die Gastronomie. Aus einem kleinen Laden entwickelte sich ein internationales Konzept: Unter der Marke Oliva führten sie bis zu 30 Döner- und Feinkost-Filialen – von München und Stuttgart bis nach Abu Dhabi, Barcelona und Madrid. Viele dieser Standorte wurden inzwischen verkauft, doch das starke Netzwerk, das Volkan in dieser Zeit aufgebaut hat, wirkt bis heute nach. Einige seiner Mitarbeitenden begleiten ihn seit Jahren – weil er Gastronomie als Miteinander versteht und nicht nur als Geschäft.

Brüder im Geiste

Der nächste Wendepunkt kam über einen gemeinsamen Freund: Kurz zuvor hatte Cihan Anadologlu Hans Kebab bereits gegründet – mit der klaren Vision, einen qualitativ hochwertigen Döner Kebab in Deutschland zu etablieren. Als Volkan ihn und das junge Konzept kennenlernte, wurde schnell deutlich, dass hier zwei Unternehmer mit unterschiedlichen, sich perfekt ergänzenden Stärken aufeinandertreffen. Während Cihan Marketing und Finanzen verantwortet, liegt bei Volkan der Fokus auf Teamführung, Qualität und reibungslosen Abläufen. Beide investieren täglich 10 bis 12 Stunden und arbeiten dabei wie zwei präzise Zahnräder, die ineinandergreifen. Am Standort Schwabinger Tor tragen sieben feste Mitarbeitende, eingespielte Prozesse und echtes Handwerk zum Erfolg von Hans Kebab bei. Vor drei Jahren eröffneten die beiden gemeinsam eine weitere Filiale am Viktualienmarkt.

 

Döner ist für den 46-Jährigen keine schnelle Mahlzeit, sondern eine Art Feinarbeit: Das Fleisch darf nicht zu dick und nicht zu dünn geschnitten sein, das Brot muss im richtigen Moment aus dem Toaster, die Saucen sind hausgemacht – ohne Zusatzstoffe oder Geschmacksverstärker. Zwei Stunden Vorbereitung braucht es täglich, um alles frisch aufzubauen. „Craft-Döner“, sagt Volkan und lächelt, weil es für ihn selbstverständlich klingt.

Döner kreativ

Neue Kreationen und der "Döner des Monats" entstehen kollektiv. Über mehrere Tage probieren die beiden Eigentümer verschiedene Kombinationen, bis die perfekte Balance aus süß, sauer und scharf stimmt. Inspirationen sammeln sie unterwegs – etwa bei gemeinsamen Türkei-Touren kam es schon vor, dass sie täglich dreimal neue Varianten verkostet haben. Volkans persönlicher Favorit: scharf, mit Essiggurken und Pommes im Brot, so wie er es aus der Heimat seiner Eltern kennt.

 

Volkan hat seine große Schulliebe geheiratet und bekam mit 29 Jahren Nachwuchs. Sein Sohn kommt regelmäßig mit Freunden vorbei, um „auf Papas Nacken“ die Karte hoch und runter zu probieren. Auch zu Hause dreht sich vieles um gutes Essen: Der Familienvater kocht am liebsten selbst – oft im freundschaftlichen Wettbewerb mit seiner Frau. Stillstand liegt ihm nicht. In seiner Freizeit geht er joggen, schwimmen oder trainiert im Home-Gym. 

 

Was ihn antreibt, sind vor allem Menschen – sein Team, das er ausbildet und fördert, und die Gäste, die auch an vollen Tagen entspannt bleiben. „Dann fühlt sich Arbeit nicht wie
Arbeit an“, sagt er. Genau das ist für ihn echte Work-Life Balance. Die Vision von Volkan und Cihan geht weit über die bestehenden Filialen hinaus: neue Standorte, eine eigene Brot- und Dönerproduktion, langfristig ein Franchisekonzept.

 

Bis es soweit ist, legt Volkan pro Schicht rund elf Kilometer zurück – aufmerksam, präsent, mit Blick fürs Detail. Danke, lieber Volkan, für die Facetten deiner Welt – wir sind gespannt, welche Kapitel du noch aufschlagen wirst.