14. Sep 2026
Michele Ventrella

Faces of Schwabinger Tor

Mit unserer Porträtreihe stellen wir Menschen vor, die das Schwabinger Tor besonders machen. Heute lernen wir Michele kennen – einen Mann, der mit seine Agentur Ventrella seit 10 Jahren im Quartier zuhause ist.

 

Der fast 470 m2 große Showroom ist der Mittelpunkt seiner Arbeit: Hier präsentiert Michele Modekollektionen, empfängt Geschäftskunden aus dem ganzen deutschprachigen Raum und richtet leidenschaftlich gerne Events aus. Denn für ihn bedeutet Vertrieb weit mehr, als Orderscheine zu füllen. Er bringt Designer, Hersteller und Händler zusammen – und verbindet so Menschen, die dieselben Vorstellungen von Qualität und Detailliebe teilen. Für Michele geht es nie nur um Mode, sondern immer auch um die Geschichten hinter den Persönlichkeiten, Materialien und Manufakturen, die sie prägen.

Zwei Welten, die zusammengehören

 

Seine eigene Geschichte beginnt in Nordrhein-Westfalen. Michele wächst mit italienischen Eltern auf, die ihm sowohl ihre Wurzeln als auch die deutsche Kultur vermitteln. Das fängt bei der Kulinarik an: Die Mutter kocht italienisch, der Vater bringt den Kindern die Klassiker der deutschen Küche nahe. Nudelsuppe steht genauso auf dem Tisch wie Sauerbraten oder Kohlrouladen. Und manchmal auch Rigatoni mit übriger Bratensauce und Parmigiano obendrauf. Selbst die Familienurlaube spiegeln diese Mischung wider. Es geht nicht nur nach Italien, sondern oft in die Eifel.

 

Mode begeistert ihn schon früh. Nach dem Abitur möchte er eigentlich studieren, doch sein Vater rät ihm zu einem direkten Berufseinstieg. Michele entscheidet sich für eine Ausbildung zum Bäcker und Konditor – mit dem cleveren Hintergedanken, den frühen Feierabend zu nutzen, um in Düsseldorfer Modeboutiquen zu arbeiten. Später absolviert er zusätzlich eine Ausbildung zum Schaufensterdekorateur und findet seinen Weg in den internationalen Modevertrieb. Wichtig für ihn ist die Begegnung mit dem Mode-Pionier und Talent-Scout Franco Bruccoleri, der nach Micheles Erinnerung Jean-Paul Gaultier früh entdeckte und förderte. Von ihm hat er „wahnsinnig viel gelernt“. Über die Jahre baut Michele ein Netzwerk auf und arbeitet für große Namen wie Joop, Kenzo und Helmut Lang.

Die Suche nach dem Besonderen

 

Mit der Zeit wächst in Michele der Wunsch, näher an die Entstehung der Produkte heranzurücken. Er beginnt, gezielt nach italienischen Manufakturen zu suchen, die sich auf einzelne Handwerke spezialisiert haben – kleine Betriebe, in denen Wissen und Können über Generationen weitergegeben werden. Über ganz Italien hinweg entdeckt Michele Spezialisten für Lederwaren, Gürtel oder besondere Accessoires. Gemeinsam mit seiner Frau Gabi entwickelt er Kollektionen, in denen die unterschiedlichen handwerklichen Traditionen zusammenfinden. „Handmade in Italy“ ist für ihn deshalb kein Aufdruck, sondern Ausdruck einer Haltung: Materialien verstehen, Traditionen bewahren und Qualität entstehen lassen.

 

Selbst sein Showroom erzählt eine Geschichte. Die Räume im Schwabinger Tor beherbergten einst das Hai-Aquarium der Münchner Disco Yellow Submarin, die in den 70er Jahren Kultstatus erreichte. Und auch beim Sound schließt sich der Kreis: Die Tontechnik-Firma, die damals für den Club arbeitete, installierte später Micheles Soundsystem.

Ein Teil des Quartiers

 

Trotz seiner internationalen Tätigkeit bleibt Michele eng mit dem Schwabinger Tor verbunden. Er ist viel im Quartier unterwegs und ein vertrautes Gesicht rund um die Leopoldstraße 150–184. Auch am Wochenende ist er oft in seinem Showroom – und wer ihn dort trifft, bleibt gerne. Seinen Geschäftspartnern empfiehlt er das Andaz, er selbst trainiert im R1. So bleibt er in Bewegung und mitten im Geschehen.

 

Und dann wäre da noch Micheles Espresso. Für viele in der Branche ist er fast schon legendär – nicht nur wegen seines Geschmacks. Dahinter stehen besondere Manufakturen, sorgfältiges Handwerk und der Anspruch an außergewöhnliche Qualität. Genau dafür steht Michele.

 

Lieber Michele, vielen Dank für deine Zeit, deine persönlichen Einblicke und den köstlichen Espresso. Schön, dass du ein Teil des Schwabinger Tors bist.